Abael – Warum Du nie etwas falsch machen kannst

Menschen leiden unter dem Gedanken, ihr Leben nicht optimal zu leben, oder haben Angst, etwas Falsches zu tun. Die Vorstellung, es läge in unserer Macht, etwas anders zu machen, verlangt aber die Vorstellung von absoluter Freiheit und der Möglichkeit zum „richtigen“ Handeln. Wenn wir unsere Freiheit also nutzen, das Falsche zu tun, müssen wir uns zurecht schuldig fühlen. Genau davor haben wir Angst. Dabei ist diese Schuld und Quelle der Frustration nichts als ein logischer Irrtum.

Was immer wir tun hat nämlich seinen Grund.

Wir wurden vielleicht dafür genetisch geprägt. Oder wir wurden demgemäß erzogen. Wir wurden von Anderen, denen wir vertrauen, davon überzeugt oder dazu gedrängt. Und selbst wenn wir unüberlegt oder unter Zwang handeln – und dabei etwas „falsch“ machen – handeln wir folgerichtig. Denn wir ließen uns zwingen. Wir sind vielleicht impulsiv, schwach oder schlicht dumm. Auf jeden Fall sind wir wie wir sind. In diesem Moment jedenfalls. Selbst wenn wir nur fünf Minuten später anders entschieden hätten, so waren wir dennoch in dem Augenblick der Entscheidung wir selbst.

Was immer wir tun hat seinen Grund. Wir mögen uns darüber ärgern oder darunter leiden wie wir sind. Doch wir können uns niemals einreden, es hätte anders laufen können – oder müssen. Denn wir sind wie und was wir sind. Deshalb gehört unser Handeln hundertprozentig zu uns. Etwas prinzipiell „falsch“ (also uns nicht Gemäßes) zu tun, ist schlicht unmöglich. Wer diesen Gedanken einmal ganz durchdrungen hat, der zieht eine unendlich tröstliche Ruhe daraus. Er lebt in einem ganz neuen Einklang mit sich und der Welt.